Ju-Jutsu - Sport+Schwimmverein Kolpingstadt Kerpen

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Ju-Jutsu

Sport
Abteilungsleitung
Claudia Schröder
Tel.    02273 - 52839
Fax    02237 - 922852
E-Mail 
 Abteilung Ju Jutsu
3. Dan Ju-Jutsu
1. Kyu Judo
3. Kyu Karate
2. Kyu Jiu-Jitsu
Jugendleiterlizenz
Trainer A
Trainerlizenz Selbstverteidigung
 für Kinder
Trainerlizenz Frauenkursleiter
3. DAN Ju-Jutsu
Trainer A
Prüflizenz
1. DAN Judo
Trainer C
Übungsleiter Stefan Pütz
Übungsleiter Knut Stricker
Achtung
Am Donnerstag den 9. März fällt das Kindertraining wieder aus. Die Erwachsenen können nach Kerpen (19.00 Uhr) ausweichen.
Tel. Hubertus: 0171 6803776.
OrtTag/ZeitGruppe
Montag 19.30-21-30 Uhr
Jugend und Erwachsene
Donnerstag 18:00-19:00
Kinder ab 6 Jahre
Donnerstag 19:00-20:00
Jugend und Erwachsene
Geschichte des Ju Jutsu
Unser heutiges Ju Jutsu lässt sich auf die lange Tradition des Jiu Jitsu zurückführen. Dieses japanische Selbstverteidigungssystem entwickelte sich aus Verteidigungstechniken, welche die Kampfkünste der Samurai ergänzten. Verlor ein Krieger seine Waffen, musste er sich auch waffenlos verteidigen können.
Im Japan der Feudalzeit existierten bereits einige Vorläufer solcher Verteidigungskünste, die allen ihren Eingang in das Jiu Jitsu fanden und im Jahre 1650 kam der Chinese Tsin Gembin nach Japan um dort eine Kampfkunst zu lehren, die dem Jiu Jitsu schon sehr ähnlich war.
Als der japanische Arzt Yoshitoki in China die Kunst des waffenlosen Zweikampfes erlernte, stellte er fest, dass zur Ausführung oft hohe Körperkräfte erforderlich waren.
Zurück in Japan, beobachtete er an einem Wintertag mit besonders starkem Schneefall einen Kirschbaum und eine Weide. Die starren Äste des Kirschbaums brachen unter der Last, während sich die Äste der Weide geschmeidig bogen und unbeschädigt blieben.
Entsprechend der alten Tradition der chinesischen Shaolin-Mönche, welche aus Natur- und Tierbeobachtungen ihre Kampfkünste schufen, entwickelte Yoshitoki, durch seine Beobachtung aufmerksam geworden, ein Kampfsystem bei dem der Schwächere durch Nachgeben einen stärkeren und schwereren Gegner besiegen konnte. Das Prinzip "Siegen durch Nachgeben" (entsprechend dem "Geist der Weide") war geboren und findet sich noch heute im Begriff Ju Jutsu (Ju = sanft, weich, flexibel; Jutsu = Kunst, Fertigkeit) wieder.
Im 20. Jahrhundert wurde die japanische Selbstverteidigung weltweit unter dem Namen Jiu Jitsu bekannt.
1906 gründete Erich Rahn in Berlin die erste Jiu Jitsu-Schule Deutschlands, die noch heute existiert. Er trat sogar im Zirkus auf, um dort gegen jeden Herausforderer zu kämpfen.
Als im Jahre 1907 zwei japanische Kreuzer zu einem Flottenbesuch nach Deutschland kamen und bei dieser Gelegenheit Jiu Jitsu als Selbstverteidigung vorführten, war der anwesende Kaiser Wilhelm II. davon so angetan, dass er für die Militärturnanstalt in Berlin den Japaner Agitaro Ono als Jiu Jitsu-Lehrer einstellen ließ.
Rahns Schüler Alfred Rhode und Max Hoppe gründeten 1922 die ersten Vereine in Frankfurt und Berlin.
Aufgrund der Gefährlichkeit vieler Jiu Jitsu-Techniken war es nicht für den Wettkampf geeignet. Deshalb isolierten einige japanische Meister Teile ihrer Kunst und schufen so neue, sportlich orientierte Kampfkünste. Dabei entstanden u.a. die heutigen Formen von Judo und Karate.
Das eigentliche Jiu Jitsu verlor durch das Vordringen der neuen Kampfkünste an Bedeutung, profitierte aber nach dem 2. Weltkrieg auch von deren Popularität.
Der Einfluss der Kampfsportarten, aber sicher auch das allgemeine gesellschaftliche Klima des Umbruchs führte 1968 dazu, dass der Deutsche Judo Bund einige Meister aufforderte, ein wirksames Selbstverteidigungssystem zusammen zu stellen, dass auch zum Ausbildungsprogramm der Polizei gehören sollte.
So fasste man Elemente aus den Kampfkünsten Judo, Karate und Aikido zusammen und nannte diese moderne Variante des Jiu Jitsu nun Ju Jutsu. Dies geschah nicht, um sich über die weiterhin existierenden Jiu Jitsu-Stile zu stellen, sondern um es als gesetzlich geschützte Variante zu kennzeichnen.
Ju Jutsu als Selbstverteidigungsmethode unterliegt ständigem Wandel und Verbesserungen, die sich auch aus den Erfahrungen der Polizei ergeben. Techniken, die sich als unrealistisch erweisen, werden aus dem Programm gestrichen. Solche, die sich bewährt haben (auch in anderen Kampfkünsten) werden hinzugefügt. So kommt es, dass sich im heutigen Ju Jutsu auch Techniken aus dem Wing Tsun oder dem philippinischen Stockkampf Arnis finden.
Die heutigen Grundtechniken des Ju Jutsu ähneln kaum noch den Ursprungstechniken aus Judo, Karate und Aikido und sind mehr und mehr zu einer harmonischen Einheit verschmolzen.
1990 schied die Sektion Ju Jutsu aus dem Deutschen Judo Bund aus und wurde eigenständig als Deutscher Ju Jutsu Bund ( DJJV ) mit über 40 000 Mitgliedern.
Prüfungsordnung, Wettkampfregeln und Satzung werden ständig überarbeitet und modernisiert.
Der DJJV ist außerdem Mitglied im Deutschen Sportbund und in der Internationalen Jiu Jitsu Föderation

Was ist Ju Jutsu ?
Ju Jutsu stellt kein traditionelles System dar, sondern ist aus einer Zusammenstellung verschiedener Kampfkünste entstanden, was allerdings auch in Asien eine jahrhundertealte und vielgeübte Tradition hat.
Die Einzeltechniken sind dem Straßenkampf angepasst und verschmelzen durch gemeinsame Bewegungsformen zu einer Einheit. Hierdurch ist es möglich, so unterschiedliche Kampfkünste wie Judo und Karate zu vereinen.
Auf diese "Säulen des Ju Jutsu" will ich im folgenden kurz eingehen:
Die Entwicklung des Judo begann Ende des 19.Jahrhunderts in Japan. Kaum bekannt ist, dass es ein Deutscher war, nämlich der aus Bietigheim stammende Prof.Dr. Erwin Baelz, der den Anstoß zu einer Renaissance der alten Kampfkünste gab. Er war von 1876 bis 1902 Professor an der Kaiserlichen Universität in Tokyo und sah mit Sorge den schlechten Gesundheitszustand seiner Studenten. Zufällig lernte er in der Provinzhauptstadt Tschiba den Jiu Jitsu-Lehrer Totsuka kennen, der die Polizisten der Stadt unterrichtete. Er schaute sich Wettkämpfe an und erkannte darin eine wertvolle Gymnastik für seine Studenten.
Einer dieser Studenten, Jygoro Kano, der später selbst ein bekannter Gelehrter wurde, schuf ein Erziehungssystem, das nach seinen Worten "den Körper auf interessante, zu längerem Studium anregende Weise stärken und gesunderhalten soll und von Männern und Frauen jeden Alters auch (!) als Wettkampf ausgeübt werden kann."
Nachdem sich sein System durchgesetzt hatte, ging Kano daran, sein Judo so umzugestalten, dass gefahrlose Wettkämpfe ermöglicht wurden. Er schied alle gefährlichen Griffe, Schläge und Stöße aus. Dieses Wettkampfjudo trat dann seinen Siegeszug um die ganze Welt an.
Dieses sportliche Judo eignet sich natürlich nur begrenzt zur Selbstverteidigung, da es nach strengen Regeln ausgeübt wird, im Ernstfall aber keine Regeln gelten.
 
Etwa zur gleichen Zeit wie Judo entstanden in Japan noch zwei andere Kampfkünste: Karate und Aikido.
Karate
Das japanische Wort Karate setzt sich aus den Worten Kara = leer und te = Hand zusammen, bedeutete also so viel wie die Kunst der leeren Hand.
Die Grundidee stammt aus China, wo der Legende nach der indische Zen-Mönch Bodhidharma ein kombiniertes Körperertüchtigungs- und Verteidigungssystem erdacht hat, welches er im Shaolin-Kloster lehrte.
Gichin Funakoshi, der Begründer des modernen Karate, studierte dieses System auf Okinawa und entwickelte daraus eine Kampfkunst, bei der sämtliche Gliedmaßen des Körpers in Angriff und Verteidigung eingesetzt werden. Funakoshi legte besonderen Wert auf erzieherische Aspekte. Die hochpräzise Schlag- und Stoßkunst mit Armen und Beinen erfordert beim Übenden ein hohes Maß an Selbstdisziplin.
Durch intensives Training lassen sich die Bewegungsabläufe schnell automatisieren und werden zu Reflexhandlungen, die uns im Ernstfall ein blitzschnelles Reagieren unter Umgehung des Bewusstseins garantieren.

Aikido
Das Wort Aikido setzt sich zusammen aus den Silben Ai = Harmonie, Freundschaft / Ki = Lebenskraft, Energie, Geist / Do = Weg.
Im Mittelpunkt des Aikido steht die geistige Kraft, sozusagen Sieg durch Frieden.
Gerade, direkte Bewegungen sind im Aikido selten. Die angreifende Kraft des Gegners wird dabei durch runde natürliche Ausweich- und Drehbewegungen mit der Kraft des Verteidigers vereint, umgelenkt und gegen den Angreifer gerichtet. Großer Wert wird beim Aikido auf das richtige Atmen gelegt. Aikido lehrt, aggressive Kräfte zu kontrollieren und umzulenken. Man passt sich einem Angriff durch Ausweichen und geschmeidige, fließende Bewegungen an und lässt den Angreifer ins Leere laufen.

Olaf Tiltmann
4. Dan Ju Jutsu, 1. Dan Goshin Jitsu, 1. Dan Judo
Fachübungsleiter im Deutschen Sportbund     
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