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Berichte Skaterhockey Juli 2008
Der Jubel war groß in den Reihen des SSK. Nach der Schlusssirene in Bernhardswald fielen sich die gerade mal acht Feldspieler und Torhüter Basti Giesen in die Arme und feierten als wären sie soeben Deutscher Meister geworden. Denn sie hatten mit einer Rumpftruppe etwas geschafft, was wohl die Wenigsten für möglich gehalten hätten. Nach einem 7:7 Unentschieden in Atting steigerte sich das von Trainer Veit Szpak noch mal und siegte mit 4:3 beim TSV Bernhardswald. Am Samstagabend um 18 Uhr waren die Barracudas zu Gast in Rain.
Hier befindet sich die Heimspielstätte des IHC Atting.
Eine wohl einmalige Halle im Spielbetrieb der ISHD. Denn mit 30 mal 28
Meter ist sie nicht nur sehr klein, sondern auch noch fast quadratisch.
Daher war klar, dass nicht allein spielerisches Können, sondern vor allem
Kampf und Wille über Sieg und Niederlage entscheiden würden.
Glücklicherweise konnte Pascal Fontes unerwartet die Reise nach Bayern
antreten und der SSK zwei Blöcke und einen Torhüter aufbieten. Mit nur
sieben Feldspielern wäre eine solche Leistung, wie sie der SSK an diesem
Wochenende abrief, nicht möglich gewesen. Im zweiten Drittel zogen die Hausherren das Tempo an. Sie wollten eine frühe Entscheidung erzwingen. Doch aufgrund eines hervorragend aufgelegten Basti Giesen hielt Kerpen das Ergebnis. Zumindest bis zur 26. Minute als Hillmeier mit seinem dritten Treffer das 4:2 erzielte. Weitere vier Minuten später nutzte der Attinger Kapitän Markus Alzinger eine Überzahl sogar zum 5:2. Zu diesem Zeitpunkt sah es so aus als würden die Wölfe dieses Spiel klar für sich entscheiden und Fabian Hillmeier zum Matchwinner avancieren. Allerdings kamen die Barracudas in den folgenden Minuten über den Kampf zurück ins Spiel. Speziell in Person ihres Kapitäns, der mit einigen Checks deutliche Zeichen setzte. Hinzu drehte Jens Schipllock nun richtig auf. Zunächst erzielte der Verteidiger in der 38. Minute mit einem Schlagschuss das 5:3, bevor er in der 40. Minute Heimtorhüter Raphael Heitzer mit einem Bauerntrick düpierte. Somit hatte auch Schipplock seinen dritten Treffer erzielt und zur zweiten Pause das Spiel auf 5:4 verkürzt. In das letzte Drittel starteten die Gäste in Überzahl und besser hätte die Schlussphase für Kerpen nicht beginnen können. Nach nur 19 Sekunden spielte Reinhart einen Zuckerpass vor das Tor auf Andre Berens und dieser tippt zum 5:5 ein. Nun war es ein ausgeglichenes Spiel und Kerpen hatte den moralischen Vorteil einen hohen Rückstand aufgeholt zu haben. Dies zeigte sich auch in der Spielweise der Barracudas. Man war nun viel druckvoller und erspielte sich mehr Chancen. So erzielte Fontes nach Zuspiel von Felix Seybold die erste Führung für den SSK, 6:5. Doch nur drei Minuten später machte Alzinger mit seinem zweiten Überzahltor den 6:6 Ausgleich. Doch Kerpen weiter hungrig und aggressiv. Hinzu erneut mit einer starken Überzahl. In der 52. Minute ließen Schipplock und Seybold schön den Ball laufen bis der Kerpener Topscorer, Felix Seybold, zum 7:6 einschenkte. Nun entwickelte sich eine wahre Schlacht. Atting versuchte noch einmal alles und kam in der 56. Minute durch Wolfgang Hiendl zum letztlich verdienten Ausgleich. In den letzten 90 Sekunden kam es dann noch mal zum großen Zittern. Kerpen ein letztes Mal in Unterzahl. Doch mit Kampf und Einsatz brachte man das 7:7 über die Zeit. Am Sonntag musste der SSK auf dem ungeliebten Außenplatz in Bernhardswald ran. Bis auf das Skandalspiel gegen Spaichingen (3:16), welches durch eine sehr fragwürdige Schiedsrichterleistung mit entschieden wurde, hatte der TSV in dieser Saison alle Heimspiele gewonnen. Auch vergangenes Jahr konnte der TSV alle Heimspiele bis auf eins gewinnen und die Barracudas hatten bei ihrer 9:4 Niederlage nicht wirklich eine Chance. Daher kann man von dem wohl größten Heimvorteil der Liga sprechen. Dies ist vor allem durch den ungewohnten Asphaltbelag begünstigt, da dieser ein normales Spielen kaum zulässt. So sollte auch diesmal der Kampf und der Wille über den Sieger entscheiden. Aufgrund des großen Kräfteverschleißes und des kleinen Kaders entschied sich Trainer Szpak für eine defensive Taktik. So ließ man den TSV im ersten Drittel kommen und wartete auf Konter. Diese Taktik ging auch in den ersten fünf Minuten gut auf. Bernhardswald hatte kaum Chancen bis die Barracudas zum ersten Mal zu offensiv wurden und dem TSV zuviel Raum gaben. Dies nutzte Christian Schweiger zum 1:0 in der 6. Minute. In der 13. Minute eine unglückliche Situation für die Barracudas. Direkt nach einer hundertprozentigen Chance für Felix Seybold nutzte Michael Hofmeister den direkten Konter zum 2:0 für den TSV. In den folgenden Minuten kam Kerpen dann immer besser ins Spiel. Allerdings wurden die Chancen nicht genutzt und es ging mit 2:0 in die erste Pause. Der Start ins zweite Drittel verlief optimal für die Gäste. Den ersten geordneten Spielaufbau in dieser Partie nutzten die Barracudas zum 2:1 Anschlusstreffer. Schipplock nahm einen Pass von Reinhart direkt und Pascal Fontes nutzte den Rebound. Nach diesem Tor bekamen die Barracudas Oberwasser. Waren nun stärker als der TSV und erspielten sich einige Chancen, die vom starken TSV-Torhüter, Jonas Leserer, zunichte gemacht wurden. Doch in der 36. Minute war auch er machtlos als sich Felix Seybold durch die Defensive des TSV tankte und in den Winkel zum 2:2 Ausgleich schlenzte. So ging der SSK erneut mit dem moralischen Vorteil einen Rückstand aufgeholt zu haben in die Pause. Auch der Start ins letzte Drittel verlief optimal für die Barracudas. Bereits nach 38 Sekunden erzielte Fontes das 3:2 für Kerpen. Bei diesem Tor machte, der sonst so starke Leserer keine gute Figur. Danach wirkte Bernhardswald verunsichert und Kerpen immer stärker. In der 48. Minute setzte sich Seybold erneut schön durch und überwand Leserer zum 4:2. Nun setzte der Regen ein und ein geregeltes Spiel war kaum noch möglich. Auf einmal war der Heimvorteil für den TSV zu einem Nachteil geworden. Denn bei diesem Wetter war eine Aufholjagd beinahe unmöglich. Nur durch ein Geschenk der Kerpener Defensive wurde es noch mal spannend. Michael Sigl brachte sein Team drei Minuten vor Schluss noch mal auf 4:3 heran. Aber mit großem Kampf und den letzten Kräften brachten die Barracudas die Führung über die Zeit und feierten einen sensationellen Auswärtssieg. Die Feier in der Kabine und auf der langen Rückfahrt sollte dementsprechend ausgelassen von statten gehen. Damit gehen die Barracudas auf einem ordentlichen fünften Tabellenplatz in die Sommerpause. In der Rückrunde wird es somit das Ziel sein, so viele Punkte wie möglich zu sammeln und vielleicht noch ein oder zwei Plätze nach oben zu klettern.
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