Berichte Dezember 2008

Inline Skating

Die Wüste lockt: Marco Bartels vom SSK Kerpen läuft 100 Kilometer durch die Sahara

Geröllwege, Wüstensand und Dünen. Das Ganze garniert mit Temperaturen von rund 35° Grad. Auf diese Bedingungen stellt sich gerade Marco Bartels aus Bedburg - Kaster ein. Sein Ziel : Das Rennen "100km del Sahara" Anfang März in Tunesien. Dieser Wüstenklassiker fordert nicht nur eine ausgesprochen gute körperliche Verfassung, sondern auch den Umgang mit extremen klimatischen Bedingungen. "Ich habe noch keine Ahnung, worauf ich mich da genau eingelassen habe," sagt der 37-Jährige. "Aber ich freue mich schon jetzt riesig auf diese Herausforderung."

Der Start ist in der Oase Douz. Dann warten vier Etappen (20 Kilometer, 42 Kilometer, 18 Kilometer und 21 Kilometer) auf den Extremsportler, bevor er nach vier Tagen das Ziel in der Oase Ksar Ghilane erreicht. Bartels ist ein erfahrener Ultraläufer. Die 100 Kilometer von Biel hat er genauso erfolgreich geschafft, wie die 105 km Ultradistanz beim Köln-Marathon 2008, bei dem er den 1 Platz belegte. "Aber ein Rennen unter solchen Bedingungen ist neu." Es könnte nachts unter Null Grad werden, hat Bartels von Läufern erfahren, die dieses Rennen bestritten haben.

Für genügend Wasser und Verpflegung ist gesorgt. Anders als bei anderen Läufen durch die Sahara muss beim 100km del Sahara kein Läufer seinen Proviant und seine Ausrüstung während der Läufe mitnehmen. "Mein Ziel ist zunächst einfach anzukommen und genießen. Der Spaß ist das Wichtigste, aber vielleicht springt auch ein gutes Ergebnis heraus", freut sich Bartels. Im letzten Jahr waren die deutschen Starter unter den 150 Läufern aus 19 Nationen sehr erfolgreich: Platz 1 bei den Herren und Sieger der Mannschaftswertung. Daran gilt es anzuknüpfen.

 

Inline-Skaterhockey

Kerpen erreicht zweiten Platz beim Seidenspinnercup
Erst im Finale mussten sich die Barracudas den Berlin Buffalos geschlagen geben

Nachdem bereits der erste Tag mit dem Ausscheiden des SHC Essen eine Überraschung parat hatte, sollten am zweiten Tag weitere Sensationen folgen. Den Anfang machten die Barracudas schon morgens um halb neun.

Im Viertelfinale ging es gegen den Erstligaabsteiger aus Krefeld. Der Crefelder SC war als Titelverteidiger klarer Favorit dieser Partie. In den ersten Minuten waren die Skating Bears auch klar das bessere Team. Allerdings hielt der hervorragend aufgelegte Torhüter Basti Giesen die Barracudas im Spiel. Doch beim ersten Powerplay des CSC war auch er machtlos und der Favorit ging mit 1:0 in Führung. In den folgenden Minuten kam Kerpen immer besser ins Spiel. Die Belohnung war das 1:1 durch Christian Miltz. Nun war es ein ausgeglichenes Spiel. Trotz leichter Feldüberlegenheit für Krefeld konnte sich der SSK Chancen erarbeiten. Genau in dieser Phase fiel das 2:1 für die Bären. Doch anstatt ihre technische Überlegenheit auszuspielen und die Partie nach Hause zu bringen, unterschätzte Crefeld die aufopferungsvoll kämpfenden Barracudas. Demzufolge schaffte Kerpen den Ausgleich durch Jens Schipplock nach schönem Querpass von Pascal Fontes. Nun merkte man den Krefeldern, dass sie kalt erwischt waren. Das Spiel der Bears wurde immer nervöser und Kerpen war in den letzten Minuten sogar überlegen. Einige gute Chancen bereits in der regulären Spielzeit die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden ließ der SSK ungenutzt. So kam es zum Penaltyschießen und dem Duell zwischen Basti Giesen und Nationalkeeper Steffen Müller. Dieses entschied der Außenseiter aus der Kolpingstadt klar für sich. Vier Penalties parierte Giesen während Müller von Schipplock und Felix Seybold überwunden wurde. Somit war Kerpen im Halbfinale.

Nachdem Fortuna Bonn Thunder gegen Bockum und die Uedesheim Chiefs gegen Ahaus ihren Favoritenrollen gerecht wurden, folgte im letzten Viertelfinale die nächste Überraschung. Die Berlin Buffalos aus der zweiten Bundesliga Nord putzten die Erstligamannschaft der Crash Eagles Kaarst beeindruckend mit 4:1. Somit spielte Kerpen das Halbfinale gegen das letzte verbliebene Erstligateam, die Uedesheim Chiefs.

Noch im Vorjahr mussten sich die Barracudas den Chiefs im Halbfinale mit 4:1 geschlagen geben. Daher brannte das Team von Trainergespann Veit Szpak auf eine Revanche. Dementsprechend intensiv gingen die Barracudas zu Werke. Diesmal war Kerpen auch von Anfang an wach. Es gestaltete sich ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Auch wenn die Chiefs nicht alle Topspieler dabei hatten, soll das die Leistung des SSK nicht schmälern. Außerdem fehlten auch den Barracudas mit Kapitän Mirko Bundt und Thomas Schmalen ebenfalls zwei Leistungsträger. Trotzdem entwickelte sich ein spannendes Spiel auf gutem Niveau in dem Kerpen erneut in Rückstand geriet. Aber auch diesmal hatte Kerpen die passende Antwort parat. Erneut passte das Zusammenspiel zwischen Fontes und Schipplock, und der Verteidiger machte das 1:1. Dem 2:1 für Uedesheim durch Topscorer Christoph Clemens ließ Kerpen einen Sturmlauf in der Schlussphase folgen. Die Bemühungen des SSK wurden in der letzten Minute durch den Ausgleichstreffer von Felix Seybold belohnt. Erneut sollte die Entscheidung im Penaltyschießen fallen. Zwei von Uedesheim verwandelte Penalties wurden von Jan Körfgen und Rafael Rutkowski postwendend beantwortet. Nachdem die Chiefs ihren letzten Versuch ungenutzt ließen, versenkte Andre Berens den entscheidenden Penalty und schoss Kerpen ins Finale.

Dort trafen die Barracudas auf die Berlin Buffalos, welche im Halbfinale Bonn Thunder souverän mit 4:1 ausschalteten. Eine kleine Sensation, dass das Finale ein Vergleich zwischen den Viertplatzierten der zweiten Bundesliga Nord und Süd sein sollte. Vielleicht ein Zeichen dafür, dass das Niveau in Deutschland immer näher zusammenrückt. Zumindest ist es Erstligateams nicht mehr möglich, nur mit halber Kraft alle Zweitligamannschaften mit links aus der Halle zu schießen.

Das Finalspiel begann recht ausgeglichen. Die besseren Chancen hatten Anfangs sogar die Barracudas. Allerdings versäumte es der SSK seine Chancen zu nutzen. Im Laufe der Partie erkämpfte sich Berlin zunehmend Spielanteile. Die logische Folge war das 1:0 für die Hauptstädter durch Topstürmer Paul Fiedler. Danach war den Kerpenern der Kräfteverschleiß deutlich anzusehen. Man konnte kein hohes Tempo mehr gehen und die Berliner nur noch einmal richtig in Bedrängnis bringen, als Andre Berens einen Alleingang über die linke Seite schaffte, aber leider nicht zum Torerfolg kam. Damit hatte das Turnier mit den Berlin Buffalos einen verdienten und sehr sympathischen Turniersieger gefunden. Das Fair Play der Hauptstädter und ihre Art und Weise diesen Sieg zu feiern, sollte Vorbild für einige andere Mannschaften aus diesem Turnier sein.

Zuletzt bleibt noch zu erwähnen, dass der Seidenspinnercup 2008 ein sehr gut organisiertes Turnier war. Der Dank der Barracudas gilt den Bockumer Bulldogs, welche erneut ein perfekter Gastgeber waren.