Berichte Skaterhockey Juli 2009


Vorbericht: Dragons Heilbronn - SSK Kerpen Barracudas
Spielbericht: Dragons Heilbronn - SSK Kerpen Barracudas


Barracudas kämpfen Drachen nieder
Der SSK Kerpen schafft mit einem 5:4 Sieg in Heilbronn eine Sensation und den ersten Auswärtssieg seit zehn Monaten

Die Vorzeichen für das siebte Auswärtsspiel des SSK waren denkbar schlecht. Mit nur neun Feldspielern traten die Barracudas gegen drei Blöcke der Dragons an. Dazu konnte Kerpen in dieser Saison auswärts noch keinen Punkt holen, während Heilbron zuhause noch keinen Punkt abgegeben hatte. So fuhren die Barracudas mit dem Mut der Verzweiflung und dem Selbstvertrauen aus einem Sensationssieg gegen Bräunlingen bewaffnet nach Heilbronn.

Der Start verlief ebenfalls alles andere als gut. Bereits nach 40 Sekunden rutschte Basti Giesen ein Schlagschuss von Justin Burkhardt durch die Schoner und es stand 1:0 für die Gastgeber. Doch Kerpen zeigte sich keineswegs geschockt ob des frühen Rückstands. Es entwickelte sich ein kampfbetontes Spiel auf einem spielerisch erschreckend schwachen Niveau. Heilbronn konnte seine Feldüberlegenheit aufgrund unerwarteter Schwächen im Spielaufbau nicht in Chancen umsetzen, während die Barracudas größtenteils destruktiv zu Werke gingen. Trotzdem gelang Kerpen in der elften Minute der Ausgleich. In Überzahl legte Jens Schiplock quer auf Pascal Fontes und dieser schlenzte den Ball aus der Halbdistanz in den kurzen Winkel. Nur eine Minute später gelang den Gästen sogar der Führungstreffer. Thomas Schmalen hielt von der Mittellinie einfach mal drauf und Rene Werner rutschte der Ball aus der Fanghand über seinen Kopf in Tor der Drachen. Eine Führung, die zwar etwas überraschend, aber keineswegs unverdient war. Die Gäste aus NRW verstanden es gut, das Spiel der Drachen zu unterbinden und erspielten sich in der Folge vereinzelt Konterchancen. So ging es mit 2:1 in die erste Drittelpause.

Im zweiten Drittel ein ähnliches Bild. Heilbronn mit mehr Spielanteilen, aber Kerpen agierte clever. Außerdem lief Gästekeeper Giesen zur Hochform. Er vereitelte die wenigen, aber hochkarätigen Chancen der Käthchenstädter grandios. Allerdings war auch er machtlos als Burkhardt im Powerplay in der 28. Minute sein zweites Tor und den Ausgleich erzielte. Die Antwort der Kerpener kam wie aus dem Nichts. Nur eine Minute später legte Christian Miltz den Ball aus der Ecke vor das Tor, Felix Seybold brachte seine Kelle als erstes an die Pille, vollendete per Direktabnahme zum 3:2. Danach folgte die entscheidende Phase des Spiels. Zunächst setzte sich, der bis dahin untergetauchte Nationalspieler, Michael Häfele in Unterzahl durch und wurde im Konter zu Fall gebracht. Die Folge war ein Penalty, den Häfele selber ausführte. Der Topscorer der Drachen lief an und versuchte mit einem flachen Handgelenkschuss einzunetzen, aber der starke Giesen war schnell genug unten und parierte sicher. Eine Minute später verwandelte der SSK einen Tempogegenstoß mustergültig. Schmalen spielte einen Diagonalpass in den Lauf von Fontes und dieser ließ den Ball ins Tor abtropfen. Damit stand es nach 40 Minuten 4:2 für Kerpen.

Im letzten Drittel gaben die Barracudas noch einmal alles, um die anstürmenden Drachen abzuwehren. Wie bereits im ganzen Spiel zerstörte Kerpen die Angriffe von Heilbronn recht effektiv. Dazu machte die Hintermannschaft der Gäste kaum Fehler und ein weiterhin bärenstarker Giesen ließ die Dragons Stürmer verzweifeln. So gingen die Raubfische in der 56. Minute sogar durch Christian Miltz mit 5:2 in Führung. Wobei Werner im Tor der Hausherren wiederholt nicht gut aussah. Allerdings war das Spiel damit noch nicht entschieden, weil Frederic Keck nur eine Minute später den 3:5 Anschluss erzielt. Dazu gerieten die Barracudas in den letzten Minuten wiederholt in Unterzahl und ermöglichten Michel Uhlig 26 Sekunden vor Schluss sogar das 4:5 zu erzielen. Mehr ließ der SSK aber nicht mehr zu. Das Spiel endete mit 5:4 für die Gäste.

Damit machen die Barracudas einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenerhalt, während Heilbronn einen herben Rückschlag im Kampf um einen Aufstiegsplatz hinnehmen musste. Entscheidend war die Einstellung und das fehlerfreie Spiel in der Defensive des SSK. Außerdem hatten die Barracudas den besseren Torhüter auf ihrer Seite. Jetzt gilt es diese positive Einstellung und den Trend mit über die Sommerpause ins Spiel nach Zweibrücken zu nehmen.

 

 


Zu Gast bei Drachen
Mit nur neun Feldspielern treten die Barracudas die Reise in die Drachenhochburg Heilbronn an

Erneut gibt es für die Kolpingstädter nichts zu verlieren auf einem Auswärtsspiel. Bei den favorisierten Dragons Heilbronn muss Co-Trainer Erik Sauer, in Vertretung für den verhinderten Veit Szpak, mit einem Minimalaufgebot auskommen. Mit Andre Berens, Andre Firedrichs, Jan Körfgen und Sandro Kerrutt fehlen direkt vier Stürmer. Daher werden die Raubfische mit neun Feldspielern und zwei Torhütern die Reise in den Süden antreten. Als Back-Up für Basti Giesen wird zum ersten Mal Kevin Kader mit an Bord sein. Eine Vorsichtsmaßnahme, weil Giesen bis Mittwoch noch mit einer leichten Gehirnerschütterung im Krankenhaus lag.

Es sieht also alles andere als rosig aus für diese schwere Aufgabe. Angesichts der katastrophalen Auswärtsbilanz des SSK (sechs Niederlagen aus sechs Spielen) scheint das Projekt Heilbronn aussichtslos zu sein. Wenn da nicht die positiven Auftritte der vergangenen Wochen wären. Bereits in Bernhardswald zeigte Kerpen eine enorme Leistungssteigerung, ehe das Team vor zwei Wochen gegen den Spitzenreiter aus Bräunlingen die beste Saisonleistung hinlegte. Wenn die Barracudas an diese Leistung anknüpfen können, ist zumindest ein enges Spiel möglich.

Hinzu sind auch die Hausherren geschwächt. Mit Alexander Weiss fällt ein sehr wichtiger Spieler aufgrund einer Sperre aus. Daher sollte sich das Augenmerk der Barracudas auf den zweiten großen Leistungsträger Michael Häfele konzentrieren. Gelingt es die Kreise des Nationalspielers einzudämmen, ist selbst gegen Heilbronn ein Punktgewinn möglich. Bereits im Hinspiel war der SSK bei der knappen 4:6 Niederlage nah an der Sensation dran ehe Häfele das Spiel im Alleingang drehte.

Damit bleibt, dass die Barracudas trotz der schlechten Ausgangslage mit Chancen die Reise nach Baden-Würtemberg antreten. Trotzdem wäre ein Sieg bei den Drachen eine echte Sensation.