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Ju-Jutsu
Mehr als Sport
Mehr als Selbstverteidigung
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Abteilungsleitung:
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Übungsleiter Lutz Kogge
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Claudia Schröder
Tel. 02273 - 52839
Fax 02237 - 922852
E-Mail Abteilung
Ju Jutsu
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1. Dan Ju Jutsu , 1. Dan Judo
Fachübungsleiter im DSB
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Trainingszeiten:
Achtung: Kein Training am 2., 9., und 16. Februar. Halle ist belegt.
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Geschichte des Ju Jutsu
Unser heutiges Ju Jutsu lässt sich auf die lange Tradition des
Jiu Jitsu zurückführen. Dieses japanische Selbstverteidigungssystem
entwickelte sich aus Verteidigungstechniken, welche die Kampfkünste
der Samurai ergänzten. Verlor ein Krieger seine Waffen, musste er
sich auch waffenlos verteidigen können.
Im Japan der Feudalzeit existierten bereits einige Vorläufer solcher
Verteidigungskünste, die allen ihren Eingang in das Jiu Jitsu fanden
und im Jahre 1650 kam der Chinese Tsin Gembin nach Japan um dort
eine Kampfkunst zu lehren, die dem Jiu Jitsu schon sehr ähnlich
war.
Als der japanische Arzt Yoshitoki in China die Kunst des waffenlosen
Zweikampfes erlernte, stellte er fest, dass zur Ausführung oft hohe
Körperkräfte erforderlich waren.
Zurück in Japan, beobachtete er an einem Wintertag mit besonders
starkem Schneefall einen Kirschbaum und eine Weide. Die starren Äste
des Kirschbaums brachen unter der Last, während sich die Äste der
Weide geschmeidig bogen und unbeschädigt blieben.
Entsprechend der alten Tradition der chinesischen Shaolin-Mönche,
welche aus Natur- und Tierbeobachtungen ihre Kampfkünste schufen,
entwickelte Yoshitoki, durch seine Beobachtung aufmerksam geworden,
ein Kampfsystem bei dem der Schwächere durch Nachgeben einen
stärkeren und schwereren Gegner besiegen konnte. Das Prinzip "Siegen
durch Nachgeben" (entsprechend dem "Geist der Weide") war geboren
und findet sich noch heute im Begriff Ju Jutsu (Ju = sanft, weich,
flexibel; Jutsu = Kunst, Fertigkeit) wieder.
Im 20. Jahrhundert wurde die japanische Selbstverteidigung weltweit
unter dem Namen Jiu Jitsu bekannt.
1906 gründete Erich Rahn in Berlin die erste Jiu Jitsu-Schule
Deutschlands, die noch heute existiert. Er trat sogar im Zirkus auf,
um dort gegen jeden Herausforderer zu kämpfen.
Als im Jahre 1907 zwei japanische Kreuzer zu einem Flottenbesuch
nach Deutschland kamen und bei dieser Gelegenheit Jiu Jitsu als
Selbstverteidigung vorführten, war der anwesende Kaiser Wilhelm II.
davon so angetan, dass er für die Militärturnanstalt in Berlin den
Japaner Agitaro Ono als Jiu Jitsu-Lehrer einstellen ließ.
Rahns Schüler Alfred Rhode und Max Hoppe gründeten 1922 die ersten
Vereine in Frankfurt und Berlin.
Aufgrund der Gefährlichkeit vieler Jiu Jitsu-Techniken war es nicht
für den Wettkampf geeignet. Deshalb isolierten einige japanische
Meister Teile ihrer Kunst und schufen so neue, sportlich orientierte
Kampfkünste. Dabei entstanden u.a. die heutigen Formen von Judo und
Karate.
Das eigentliche Jiu Jitsu verlor durch das Vordringen der neuen
Kampfkünste an Bedeutung, profitierte aber nach dem 2. Weltkrieg
auch von deren Popularität.
Der Einfluss der Kampfsportarten, aber sicher auch das allgemeine
gesellschaftliche Klima des Umbruchs führte 1968 dazu, dass der
Deutsche Judo Bund einige Meister aufforderte, ein wirksames
Selbstverteidigungssystem zusammen zu stellen, dass auch zum
Ausbildungsprogramm der Polizei gehören sollte.
So fasste man Elemente aus den Kampfkünsten Judo, Karate und Aikido
zusammen und nannte diese moderne Variante des Jiu Jitsu nun Ju
Jutsu. Dies geschah nicht, um sich über die weiterhin existierenden
Jiu Jitsu-Stile zu stellen, sondern um es als gesetzlich geschützte
Variante zu kennzeichnen.
Ju Jutsu als Selbstverteidigungsmethode unterliegt ständigem Wandel
und Verbesserungen, die sich auch aus den Erfahrungen der Polizei
ergeben. Techniken, die sich als unrealistisch erweisen, werden aus
dem Programm gestrichen. Solche, die sich bewährt haben (auch in
anderen Kampfkünsten) werden hinzugefügt. So kommt es, dass sich im
heutigen Ju Jutsu auch Techniken aus dem Wing Tsun oder dem
philippinischen Stockkampf Arnis finden.
Die heutigen Grundtechniken des Ju Jutsu ähneln kaum noch den
Ursprungstechniken aus Judo, Karate und Aikido und sind mehr und
mehr zu einer harmonischen Einheit verschmolzen.
1990 schied die Sektion Ju Jutsu aus dem Deutschen Judo Bund aus und
wurde eigenständig als Deutscher Ju Jutsu Bund ( DJJV ) mit über 40
000 Mitgliedern.
Prüfungsordnung, Wettkampfregeln und Satzung werden ständig
überarbeitet und modernisiert.
Der DJJV ist außerdem Mitglied im Deutschen Sportbund und in der
Internationalen Jiu Jitsu Föderation.
Was ist Ju Jutsu ?
Ju Jutsu stellt kein traditionelles System dar, sondern ist aus
einer Zusammenstellung verschiedener Kampfkünste entstanden, was
allerdings auch in Asien eine jahrhundertealte und vielgeübte
Tradition hat.
Die Einzeltechniken sind dem Straßenkampf angepasst und verschmelzen
durch gemeinsame Bewegungsformen zu einer Einheit. Hierdurch ist es
möglich, so unterschiedliche Kampfkünste wie Judo und Karate zu
vereinen.
Auf diese "Säulen des Ju Jutsu" will ich im folgenden kurz
eingehen:
Judo
Die Entwicklung des Judo begann Ende des 19.Jahrhunderts in Japan.
Kaum bekannt ist, dass es ein Deutscher war, nämlich der aus
Bietigheim stammende Prof.Dr. Erwin Baelz, der den Anstoß zu einer
Renaissance der alten Kampfkünste gab. Er war von 1876 bis 1902
Professor an der Kaiserlichen Universität in Tokyo und sah mit Sorge
den schlechten Gesundheitszustand seiner Studenten. Zufällig lernte
er in der Provinzhauptstadt Tschiba den Jiu Jitsu-Lehrer Totsuka
kennen, der die Polizisten der Stadt unterrichtete. Er schaute sich
Wettkämpfe an und erkannte darin eine wertvolle Gymnastik für seine
Studenten.
Einer dieser Studenten, Jygoro Kano, der später selbst ein bekannter
Gelehrter wurde, schuf ein Erziehungssystem, das nach seinen Worten
"den Körper auf interessante, zu längerem Studium anregende Weise
stärken und gesunderhalten soll und von Männern und Frauen jeden
Alters auch (!) als Wettkampf ausgeübt werden kann."
Nachdem sich sein System durchgesetzt hatte, ging Kano daran, sein
Judo so umzugestalten, dass gefahrlose Wettkämpfe ermöglicht wurden.
Er schied alle gefährlichen Griffe, Schläge und Stöße aus. Dieses
Wettkampfjudo trat dann seinen Siegeszug um die ganze Welt an.
Dieses sportliche Judo eignet sich natürlich nur begrenzt zur
Selbstverteidigung, da es nach strengen Regeln ausgeübt wird, im
Ernstfall aber keine Regeln gelten.
Etwa zur gleichen Zeit wie Judo entstanden in Japan noch zwei andere
Kampfkünste:
Karate und Aikido.
Karate
Das japanische Wort Karate setzt sich aus den Worten Kara = leer
und te = Hand zusammen, bedeutete also so viel wie die Kunst der
leeren Hand.
Die Grundidee stammt aus China, wo der Legende nach der indische
Zen-Mönch Bodhidharma ein kombiniertes Körperertüchtigungs- und
Verteidigungssystem erdacht hat, welches er im Shaolin-Kloster
lehrte.
Gichin Funakoshi, der Begründer des modernen Karate, studierte
dieses System auf Okinawa und entwickelte daraus eine Kampfkunst,
bei der sämtliche Gliedmaßen des Körpers in Angriff und Verteidigung
eingesetzt werden. Funakoshi legte besonderen Wert auf erzieherische
Aspekte. Die hochpräzise Schlag- und Stoßkunst mit Armen und Beinen
erfordert beim Übenden ein hohes Maß an Selbstdisziplin.
Durch intensives Training lassen sich die Bewegungsabläufe schnell
automatisieren und werden zu Reflexhandlungen, die uns im Ernstfall
ein blitzschnelles Reagieren unter Umgehung des Bewusstseins
garantieren.
Aikido
Das Wort Aikido setzt sich zusammen aus den Silben Ai =
Harmonie, Freundschaft / Ki = Lebenskraft, Energie, Geist / Do =
Weg.
Im Mittelpunkt des Aikido steht die geistige Kraft, sozusagen Sieg
durch Frieden.
Gerade, direkte Bewegungen sind im Aikido selten. Die angreifende
Kraft des Gegners wird dabei durch runde natürliche Ausweich- und
Drehbewegungen mit der Kraft des Verteidigers vereint, umgelenkt und
gegen den Angreifer gerichtet. Großer Wert wird beim Aikido auf das
richtige Atmen gelegt. Aikido lehrt, aggressive Kräfte zu
kontrollieren und umzulenken. Man passt sich einem Angriff durch
Ausweichen und geschmeidige, fließende Bewegungen an und lässt den
Angreifer ins Leere laufen.
Olaf Tiltmann
4. Dan Ju Jutsu, 1. Dan Goshin Jitsu, 1. Dan Judo
Fachübungsleiter im Deutschen Sportbund
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